Galaktosämie

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 Ursachen

Laktose (Milchzucker) wird im Darm in Glukose und Galaktose gespalten. Galaktose muß erst in UDP-Glukose umgebaut werden, damit es als Energieträger zur Verfügung stehen kann. Bei diesem Umbau sind drei Enzyme beteiligt:

Enzym

Häufigkeit des Enzymmangels
[Deutschland, 1996]
Galaktokinase1 : 511.630
GALT
(Galaktose-1-Phosphat-Uridyltransferase )
1 :   85.271
Epimerase1 :   51.163

 

Störungen des Galaktosestoffwechsels führen zur Anhäufung von Galaktitol u.a. in den Augenlinsen, was zu Linsentrübungen (Katarakt) führen kann.
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Genetik

Autosomal rezessiver Erbgang.
Beide Eltern sind Erbträger.
Die Wahrscheinlichkeit für ein gesundes Kind bzw. krankes Kind beträgt 25 %.

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Galaktokinasemangel

führt schon frühzeitig zu Kataraktbildung (Linsentrübung), die unter galaktosearmer Diät sich zurückbilden können.

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GALT-Mangel ( = klassische Galaktosämie)

Erhöhung von Gal-1-P führt zu schweren akuten Schädigungen der Leber, Nieren (tubuläre Funktionsstörung) und des Gehirns. Erbrechen, Durchfälle, Gedeihstörung bei Milchzufütterung, Ikterus, Hepatomegalie und progrediente Leberfunktionsstörung (Gerinnungsstörung) sind typische Symptome und Befunde. Wird die Ursache nicht rechtzeitig erkannt und die Galaktosezufuhr gestoppt, kommt es zum Tod unter dem Bild eines septischen Prozesses mit akutem Nierenversagen und Leberversagen. Besonders gegen gram-negative E.coli Infektionen besteht ein erhöhtes Risiko in den ersten zwei Lebenswochen.

Akute Folgen des GALT-Mangels

  • Gedeihstörung
  • Erbrechen, Durchfälle
  • Ikterus gravis
  • Lebervergrößerung (Hepatomegalie)
  • Zunehmende Leberfunktionsstörung
  • Nierenfunktionsstörung

Spätfolgen des GALT-Mangels

  • Linsentrübung (Katarakt)
  • Störungen des Nervensystems
  • Gestörte Feinmotorik
  • Lernstörungen
  • Bei Mädchen: Störung der Ovarialfunktion

Varianten des GALT-Mangels

Am häufigsten ist die Duarte Variante. Betroffene sind klinisch unauffällig. Eine spezielle Therapie ist nicht erforderlich.
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Epimerasemangel

Meist ohne klinische Symptome, wenn der Enzymmangel auf die Erythrozyten beschränkt ist. Bei generalisiertem Epimerasemangel kann das klinische Bild wie bei der klassischen Galaktosämie imponieren.
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Diagnostik

 Screening (Vollblut getrocknet auf Filterpapier)

Substratbestimmung:
Galaktose, Galaktose-1-Phosphat:
Mit beiden Parametern werden alle drei Enzymstörungen erfaßt.

Enzymanalyse:
Bestimmung der Transferase (Beutler-Test):
Der häufigste Enzymmangel, nämlich der GALT-Mangel, wird dadurch erkannt. Kinase- und Epimerasemangel werden damit nicht diagnostiziert.

Bestätigende Tests bei auffälligem Screeningbefund:

  • Galaktose i.Pl./Gal-1-P i.Pl.
  • Quantitative Enzymanalysen
  • Elektrophorese zur genauen Typisierung
  • Mutationsanalyse
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Therapie

Galaktosearme Diät

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Literatur

Bowling F.G. et al.:

Development of a protocoll for newborn screening for disorders of the galactose metabolic pathway. J. Inherited Metab.
Dis. 9: 99-104, 1986

Endres W.:Stoffwechsel, in: Lehrbuch Pädiatrie, Herausgeber: M.Gahr; de Gruyter-Verlag, 1994 Berlin
Kliegman R.M. Sparks J.W.:

Perinatal galactose metabolism. J. Pediatr. 107: 831-841, 1985

Levy H.L. , Hammersen G.:

Newborn screening for galactosemia and other galactose metabolic defects. J. Pediatr.92: 871-877, 1978

Levy H.L. et al.:

Sepsis due to Escheria coli in neonates with galacotosemia. N. Engl. J. med. 297: 823-825, 1977

Segal. S.:

Disorders of galactose metabolsims. In: Scriver CR. Et coll. Eds, The Metabolic Basis of Inherited Dosease. Mc Graw-Hill Co., New York, 6th edition, 1989, pp 453-480

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