Ahornsirupkrankheit (MSUD) |
Erstbeschreibung 1954.
Ahornsirupkrankheit | Süßlicher, maggiartiger bzw. ahornsirupartiger Geruch des Urins |
MSUD | Maple Sirup Urine Disease |
Leucinose | Leucin im Serum erhöht |
1: 55 000 bis 1: 250 000 |
autosomal rezessiver Erbgang |
Beide Geschlechter gleich betroffen |
Typ | Chromosom: |
1 | Q13.1 q13.2 |
2 | 1p31 |
3 | 6p22 p21 |
Typ | Gen |
1 | chain-alpha-ketoacid dehydrogenase |
2 | E2 Subunit |
3 | E1 b Subunit |
| 1. | Es liegt eine Störung der Decarboxylierung der verzweigtkettigen Ketosäuren Leucin, Isoleucin und Valin zugrunde |
| 2. | Die verzweigtkettigen AS werden nicht wie z.B. Phenylalanin in der Leber, sondern in der Muskulatur und in den Nieren abgebaut. |
| 3. | Endprodukte sind Acetyl-CoA, Succinyl-CoA bzw. der Ketonkörper Acetoacetat |
| 4. | Beim Abbau des Leucins entsteht auch HMG-CoA, das für die Cholesterolbioynthese wichtig ist |
Die für ein normales Wachstum notwendige Eiweißzufuhr wird nicht vertragen. Die betroffenen Kinder erkranken bereits wenige Tage nach der Geburt (3.-5. Lebenstag). Es ist das Bild einer progredienten Enzephalopathie mit Lethargie, Trinkschwäche bis Somnolenz oder gar Koma und Zeichen des Hirnödems, Muskelhypertonie und Krampfanfällen. Der Saugreflex geht verloren. Die Kinder fallen durch ihre schrilles Schreien (high-pitched cry) auf. |
Es gibt aber auch leichtere Formen, bei denen erst bei stärkeren metabolen Belastungssituationen bzw. stärkerer Eiweißbelastung Bewußtseinsstörungen bis Koma auftreten. Man findet eine Ketoazidose und nicht selten Hypoglykämie. Entwicklungsverzögerung und leichtere Formen neurologischer Störungen können richtungsweisende Befunde sein. DD: acetonämisches Erbrechen. |
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Bei Risikokindern (familiäre Belastung) sollte schon 12 bis 24 Stunden p.p. Blut zur Aminosäure-Bestimmung entnommen werden. |
| 1. | Glukoseinfusionen zur Hemmung des Katabolismus |
| 2. | Entfernung der angehäuften Metaboliten mit Austauschtransfusion und Peritonealdialyse (bei Leucinwerten > 2000 µmol/l) |
| 3. | Diät: Einschränkung der Zufuhr der Aminosäuren Leucin, Isoleucin und Valin. Ziel ist es, deren Serumkonzentrationen im Bereich 0,2-0,5 mmol/l zu halten. Eiweißarme Kost und Supplementierung der nicht abbaugestörten Aminosäuren. Zusätzlich Gabe des Cofaktors Thiamin (5mg/kg/Tag). |
Die rasche Normalisierung der erhöhten Aminosäuren in der Akutphase ist lebensrettend. Langfristig kann durch eine konsequente Diät eine befriedigende zerebrale Entwicklung möglich. |
| Intermediäre Form: | Im Säuglingsalter werden 1,5 - 2,0 g Protein vertragen. Höhere Eiweißmengen oder Katabolismus führt zu klinischen Symptomen wie bei der klassischen Form. |
| Intermittierende Variante: | Nur bei Ausnahmesituationen wie bei Infekten oder anderen Belastungen kommt es zur klinischen Symptomatik. Auf Geruch achten ! |
| Thiaminabhängige Ahornsirupkrankheit: | von Scriver 1971 beschrieben. |
Bachmann C. und R. Baumgartner | Aminosäuren und ihre Metaboliten in Pädiatrie in Praxis und Klinik, Lehrbuch, Band 1, S. 3.11, ff, Herausgeber: Bachmann und Mita.Fischer +Thieme Verlag.. |
Zschocke Johannes, Hofmann Georg F. (Universitätskinderklinik Marburg): | Vademecum Metabolicum, Diagnose und Therapie erblicher Stoffwechselerkrankungen (Miliupa, 1997) |